GEFLÜGELSCHLACHTEREI GROSS

Häufig
gestellte
Fragen.

Bei uns werden die weiblichen und männlichen Küken beim Einstallen voneinander getrennt. Hintergrund ist die Rang- und Hackordnung der Hühner. Dies ist eine straffe Regelung des Zusammenlebens und hat eine der schärfsten Ausprägungen im Tierreich. Sie sagt im Groben aus, wer wen „hacken“ darf und wer das Hacken zu „erdulden“ hat. Bereits nach wenigen Wochen beginnen diese Rangkämpfe, deren Folgen in einigen Fällen tödlich enden können. Durch die Trennung von Männchen und Weibchen sind die Größenunterschiede der einzelnen Tiere geringer, sodass es zu weniger Rangkämpfen mit tödlichen Folgen kommt. Bei diesem Projekt konnte der natürliche Schwund auf ca. 1% gesenkt werden.
Dieses Vorgehen stellt zusätzlich als positiven Nebeneffekt eine höhere Nachhaltigkeit dar, da die Ressourcen des Futters besser eingesetzt werden können. Dies ist durch die unterschiedliche Futterverwertung begründet. Weibliche Tiere verstoffwechseln nach einer gewissen Zeit das Futter schlechter, da die Energie für die Ausbildung der Geschlechtsorgane benötigt wird. Die Hennen werden zu diesem Zeitpunkt vorgefangen und für Grillhähnchen verwendet. Die Hähne können dann, bis das Schlachtgewicht für Zerlegeware erreicht ist, die gesamte Stallfläche mit optimalen Platzbedingungen nutzen.
Unsere Philosophie bei den Stallungen ist, Tierschutz, Naturschutz und Nachhaltigkeit zu vereinen. Wir haben neben einer bereits bestehenden Biogasanlage eines Landwirtes drei Geflügelställe mit Wintergärten gebaut, hiervon ist einer seit 09.07.2019 in Betrieb. Der Hühnermist der drei Ställe kann direkt in der Biogasanlage verarbeitet werden. Nach eigenen Recherchen ersetzt eine Tonne Mist auch eine Tonne Silomais, der nun nicht mehr antransportiert werden muss. Gleichzeitig wird die Abwärme der Biogasanlage für die drei Ställe genutzt. Das hat den Vorteil, dass die Abwärme der Biogasanlage auch im Sommer genutzt werden kann, da die Stallungen im Sommer bestimmte Temperaturen benötigen. „Wir profitieren von positiven Synergieeffekten“ .Fester Bestandteil jeder Einheit ist eine Abluftwaschanlage. Hier wird die Stallabluft zu 90% gereinigt. Somit entstehen keine negativen Umwelteinflüsse, wie z.B. der unangenehme Stallgeruch oder Keime, die durch herkömmliche Abluftreiniger nach außen übertragen werden. Das Konzept sieht je Stall 24.000 Tiere und einen Wintergartenbereich vor. Möglich wären sogar bis zu 30.000 Tiere. Da uns als Betreiber eine artgerechte und vorbildliche Tierhaltung wichtig ist, werden weniger Tiere eingestallt als gesetzlich möglich. Die Stallungen sind so konzipiert, dass den Tieren durch die Wintergärten ein Drittel der gesamten Stallfläche als Auslauf mit Sonnenlicht dient. Des Weiteren sind die Ställe sechs Kilometer von der Schlachterei entfernt, weshalb den Tieren kein langer Transport bevorsteht.
Es gibt in dieser Kombination keine bestehenden vergleichbaren Stallungen, die Umwelt-, Natur- und Tierschutz so vereinen. Wir sind von diesem Projekt zu 100% überzeugt. So soll für unsere Kunden noch sichtbarer werden, dass uns das Wohl der Tiere und die Nachhaltigkeit bei der Verarbeitung unseres Geflügels eine Herzensangelegenheit ist. Zur Sicherstellung von möglichst kurzen und tierschutzgerechten Lebendtransporten haben wir all unsere Mäster gezielt in einem Umkreis von max. 80 km ausgewählt. Bis auf 20% sind alle Stallungen unserer Mäster mit Wintergärten ausgestattet.  Bei diesem Fünftel sind die Wintergärten bereits geplant und beantragt. Sobald die emmissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt ist, können wir als einer der wenigen in Zukunft Hähnchenfleisch mit noch mehr Tierwohl produzieren.

Die gesetzlich vorgeschriebene maximale Besatzdichte für deutsche Hähnchenställe bezieht sich nicht auf eine bestimmte Anzahl an Tieren, sondern auf ein Zielgewicht pro Quadratmeter. Dieses Zielgewicht liegt in Deutschland bei 39 kg/m2 und ist damit niedriger als der im Vergleich bereits strenge EU-weite Standard von 42 kg/m2. Ein Beispiel: Bei einem Endgewicht von 2.500 g pro Tier entspricht eine Besatzdichte von 39 kg/m2 umgerechnet knapp 16 Tieren pro Quadratmeter. Hierbei muss jedoch immer beachtet werden, dass diese maximale Besatzdichte immer erst in den letzten Tagen der Aufzucht erreicht wird. Dementsprechend haben die Tiere vorher auch mehr Platz. Darüber hinaus nehmen wir am Programm der Brancheninitiative Tierwohl Geflügel (ITW) teil und setzen dabei mit 35 kg/m2 sogar eine noch niedrigere Besatzdichte um. Außerdem steht unseren Tieren ein Kaltscharrraum zur Verfügung, welcher ein Drittel der Stallfläche ist.

Das Ziel eines jeden Geflügelhalters ist es, so wenig Antibiotika wie möglich einzusetzen. Vor allem aber sorgen unsere Halter mit ihrer Sachkunde und Erfahrung dafür, dass ihre Tiere erst gar nicht krank werden und der Einsatz von Antibiotika somit nicht notwendig wird. Wichtige Maßnahmen hierfür sind z. B. ein optimales Stallmanagement, trockene Einstreu für ein günstiges Mikroklima und gesunde Fußballen oder ein bedarfsgerechtes Futter mit allen notwendigen Vitaminen und Aminosäuren für eine optimale Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen. Sollten die Tiere doch einmal krank werden, dann können nach Diagnose und auf Anordnung eines Tierarztes hin auch Antibiotika verabreicht werden. Dieser Einsatz erfolgt aber stets nach klaren Richtlinien: So wird Antibiotika in der deutschen Geflügelhaltung niemals vorbeugend, sondern ausschließlich zur Behandlung erkrankter Tiere verwendet. Zudem sorgt eine gesetzlich vorgeschriebene und veterinärmedizinisch kontrollierte Wartezeit zwischen Antibiotikaeinsatz und Schlachtung dafür, dass das Geflügelfleisch keine gesundheitlich bedenklichen Antibiotikarückstände enthält. Dies bestätigt letztlich auch der jährliche Nationale Rückstandskontrollplan des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Die meisten Verbraucher in Deutschland betrachten Fleisch als wichtigen Bestandteil ihrer täglichen Ernährung. Vor allem Geflügelfleisch ist beliebter denn je. Auch unabhängige Organisationen wie beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, etwa 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche zu sich zu nehmen, was zum Beispiel zwei Hähnchenbrustfilets entspricht. Selbstverständlich lassen sich auch ohne Fleisch genügend Proteine aufnehmen – jedoch ist tierisches Eiweiß dem Pflanzlichen meist überlegen, da es wegen seiner hohen biologischen Wertigkeit besser für den menschlichen Organismus verwertbar ist. Auch das Eisen, das in Geflügelfleisch enthalten ist, kann vom Körper besser verarbeitet werden als das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln, da die Aufnahme aus pflanzlichen Grundnahrungsmitteln durch sogenannte Liganden (z. B. Tannine, Lignine, Oxalsäure und Phosphate) gehemmt wird.

Schlussendlich geht es jedoch um eine ausgewogene Ernährung und darum, pflanzliche und tierische Lebensmittel miteinander zu kombinieren. Für Geflügelfleisch sprechen eben auch gesundheitliche Gründe: Denn während das sogenannte rote Fleisch zum Beispiel mit der Entstehung von Herzkrankheiten in Verbindung gebracht wird, gilt Geflügelfleisch als gesundheitlich vorteilhaft. Denn Geflügel ist zumeist fettarm und so zum Beispiel auch für eine kalorienarme Ernährungsweise geeignet.

Es gibt in der Öffentlichkeit tatsächlich den weitverbreiteten Irrglauben, dass die männlichen Küken der Legerassen „geschreddert“ werden. Das stimmt nicht. Denn Fakt ist: Die männlichen Eintagsküken werden mit Kohlendioxid betäubt und dann getötet, ein „Schreddern“ gibt es in Deutschland nicht. Zudem hat sich die deutsche Eierwirtschaft klar zu dem Schritt bekannt, aus dem Töten der Eintagsküken auszusteigen, sobald es eine praxistaugliche Möglichkeit gibt, das Geschlecht der Tiere bereits im Ei zu erkennen. Das Thema ist übrigens ausschließlich bei Legehennen relevant. In der Hähnchen-, Puten- und Entenhaltung werden immer sowohl die männlichen als auch die weiblichen Tiere aufgezogen. Wenn Sie – wie so viele Menschen in Deutschland – Geflügelfleisch genießen, können Sie dies mit gutem Gewissen tun. In der deutschen Hähnchen-, Puten- und Entenhaltung werden immer sowohl die männlichen als auch die weiblichen Tiere aufgezogen. Das Töten männlicher Eintagsküken ist ausschließlich ein Thema in der Legehennenhaltung. Die deutsche Eierwirtschaft hat aber ihre Bereitschaft zum Ausstieg aus dieser Praxis erklärt, sobald eine praxistaugliche Alternative durch eine Geschlechtsbestimmung im Ei vorliegt.

Die Frage, ob oder wie viel Fleisch man konsumiert oder nicht, muss letztlich jeder Einzelne für sich selbst entscheiden.
Doch solange es in unserer Gesellschaft eine große Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Geflügelfleisch gibt, möchten wir mit unserer Arbeit dazu beitragen,
diese zu stillen. Und dabei kann Geflügelfleisch auch im Hinblick auf die Ökobilanz überzeugen.
Wir haben gesunde Rassen an Hähnchen, die wir einsetzen oft verpönt mit Hybridrassen, aber das ohne Grund: Diese Tiere sind gesund, brauchen bei einem ordnungsgemäßen Aufzuchtsmanagement fast kein Antibioika und haben
mit Beschäftigungsmaterial und Tageslicht ein sehr ausgeprägtes aktives Wesen, wie auch BIO-Tiere.
Der Nachteil bei den Tieren, die zu der sogenannten „Langsam wachsende Rasse“ gehören, ist, dass diese doppelt so viel Futter (Ressourcen) wie Tiere einer herkömmlichen Rasse benötigen. Dazu kommt, dass sie die doppelte Menge des gefressenen Futters nicht in Fleisch umwandeln. Somit benötigen wir mehr Tiere und mehr Futter.

Für die Erzeugung einer Pflanze werden im Schnitt 1 kg CO2 verbraucht.
Für 1 kg Geflügelfleisch ca. 1,6 kg Co2
und für 1 kg Schweinefleisch ca. 3,2 kg CO2